Der Zusammenschluss

Schon bald nach dem Krieg machten sich Freunde des Schützenvereinswesens Gedanken, wie man wieder ein Schützenfest organisieren könnte.

Am 3.2.1950 beschloss der neu gewählte Vorstand des Schützenvereins Wienkamp-Horst, ein Schützenfest zu feiern, wenn sich ein Wirt zu den gestellten Bedingungen finden würde. Als Bedingung sollte der Wirt ein Festzelt von mindestens 650 qm Größe und eine Musikkapelle von 12 Mann kostenlos stellen. Zu Ostermontag nach dem Hochamt wurde eine Generalversammlung einberufen. Es fand sich aber kein Wirt, der die gestellten Bedingungen akzeptieren wollte. So wurde kurzerhand beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Die Schänke sollte meistbietend verpachtet und das Zelt vom Verein übernommen werden. Daraufhin wurde der Zeltverleiher Langela aus Ramsdorf zum 23.02.1950 eingeladen, um den Vertrag rechtskräftig zu unterzeichnen.

Präsident Hermann Schulze Wehninck-Oenning (Mitte) und die Offiziere des neu gegründeten Allgemeinen Bauernschützenvereins an der Vogelstange 1951

So sicher, wie sich der Vorstand in der Versammlung fühlte, schien jedoch die Mehrheit der Vereinsmitglieder nicht zu sein. In der selben Woche feierten beide Hööke Fastnacht. In diesen Tagen scheint das Thema Schützenfest in beiden Bauerschaften ausgiebig diskutiert worden zu sein, denn im Wienkamp war die Mehrheit dafür, dass das Schützenfest „begraben“ werden sollte.  In den Hööken Horst und Venn war man aber dafür ein Schützenfest zu feiern.

Auf jeden Fall sah man sich wegen der uneinheitlichen Stimmung gezwungen, dem Zeltverleiher Langela mitzuteilen, dass das Festzelt nicht angepachtet werden könne.

Auf der Generalversammlung am Ostermontag konnte somit kein Schützenfest vorbereitet werden. Stattdessen wurde beschlossen, am Mittwoch den 31.05.1950, ein Maifest zu feiern, welches nach dem niedergeschriebenen Protokoll in sehr harmonischer Weise gefeiert wurde.

Am Donnerstag, den 19.04.1951 wurde eine Vorstandsversammlung bei Hövelbrinks-Böing abgehalten. Auf dieser Versammlung wurde einstimmig beschlossen, in diesem Jahr ein Schützenfest abzuhalten. Da die zahlenmäßige Stärke des eigenen Vereins zu einem solchen Schützenfest nicht gegeben war, wurde beschlossen, die Vorstände aller vier Südlohner Schützenvereine einzuladen und in einer gemeinsamen Besprechung eine Lösung des Problems zu finden.Die einzelnen Vorstände wurden schriftlich zu Donnerstag, den 26.04.1951 um 20 Uhr bei Hövelbrinks-Böing eingeladen. Nach mehrstündiger Besprechung kam man zu dem Ergebnis, dass zu dem jeweils stattfindenden Schützenfest der einzelnen Vereine, eine Ehrenkompanie aus Mitgliedern der anderen Südlohner Vereine, gestellt werden sollte. Die Vorstände der einzelnen Vereine wollten vor einer endgültigen Einwilligung noch Rücksprache mit ihren Vereinen nehmen. Diese gemeinsame Aktion scheiterte jedoch.

Nachdem das Scheitern dieses Versuches, alle Vereine unter einen Hut zu bekommen, bekannt wurde, kam die Idee auf, ein allgemeines Schützenfest unter den Vereinen Wienkamp-Horst und Eschlohn zu feiern. Hierzu fand am 10.05.1951 eine Vorstandsversammlung statt. Auf dieser Versammlung wurde beschlossen, ein Bauernschützenfest in der Zeit zwischen dem 15.August und dem 15.September abzuhalten. Dazu sollten sich die Vereine Wienkamp-Horst und Eschlohn zusammenschließen. Am selben Abend erschien der Zeltverleiher Elkemann aus Graes, mit dem ein Pachtvertrag über ein Festzelt für den 26. und 27.August 1951, in Größe von 800 qm zu einem Preis von 1250 DM, abgeschlossen wurde. Ferner wurde beschlossen am 24.05.1951 eine Generalversammlung mit Offizierswahl einzuberufen. Hierzu sollte vom Verein ein Fass Freibier gespendet werden.

Auf der Generalversammlung am 24.05.1951 wurde der folgende Beschluss gefasst

Die Schützenvereine Wienkamp-Horst und Eschlohn feiern gemeinschaftlich ein Schützenfest am 26. und 27. August 1951.

Hermann Schulze Wehninck-Oenning wurde von der Versammlung einstimmig zum Präsidenten gewählt. Als Oberst wurde Josef Garbert (Schulze Schwering) ebenfalls einstimmig gewählt.


Geschäftsführender Vorstand und Offiziere 1951

Präsident: Hermann Schulze Wehninck-Oenning

stellv. Präsident: Wilhelm Boll-Köhne

Oberst: Josef Garbert (Schulze Schwering)

Oberstleutnant: Josef Honsel-Welsing

Major: Bernhard Schrieverhoff

Hauptmann (Eschlohn): Heinrich Gehling

Hauptmann (Wienkamp-Horst): Theodor Frieling

Leutnant (Eschlohn): Heinrich Ingenhorst

Leutnant (Wienkamp-Horst): Heinrich Kersting

Adjutant beim Oberst: Bernhard Vennekamp

Adjutant beim Major: Heinrich Köhne

Königsadjutanten: Bernhard Osterholt, Hubert Kötting-Dagger

Fahnenoffiziere: Hermann Gehling, Bernhard Hayk, Bernhard Terstegge, Heinrich Robers


Nach den Aufzeichnungen kann man davon ausgehen, dass auf der Generalversammlung am 24.Mai 1951 der Grundstein für den Zusammenschluss der beiden Schützenvereine Wienkamp-Horst und Eschlohn gelegt wurde.

Verlauf des ersten gemeinsamen Schützenfestes 1951

Die Tatsache, dass ursprünglich zwei Schützenvereine bestanden haben, ist heute Mitgliedern und Außenstehenden kaum noch bewusst. Probleme sind aus dem Zusammenschluss nie entstanden.

Wechselnder Turnus

Die Schützenfeste des Allgemeinen Bauernschützenvereins fanden in den 50er Jahren alle 2 Jahre, jeweils im Wechsel mit dem Bürgerschützenverein statt. Ab Anfang der 60er Jahre beteiligten sich Jugendliche und Junggesellen der Bauernschaften auch am Junggesellenschützenverein, der seine Schützenfeste ab jetzt alle 3 Jahre, immer im Wechsel mit dem Bürger- und dem Bauernschützenverein, feierte. (siehe Rückblick auf die Geschichte des Junggesellenschützenvereins auf der Internetseite des St.Vitus Schützenvereins.)

Nachdem der Junggesellenschützenverein sich mit dem Bürgerschützenverein vereinigte, wurde das Bauernschützenfest ab Ende der 70er Jahre wieder alle 2 Jahre gehalten.

Seit dem Jahr 1990 wird jährlich ein Schützenfest gefeiert.

Jubiläumsschützenfest 1997